Waldbrandgefahr
Übersicht der Waldbrandgefahrenlagen und Massnahmen in den Kantonen und dem Fürstentum Liechtenstein
Das Bundesamt für Umwelt BAFU informiert und warnt in Zusammenarbeit mit den Kantonen. Die Kantone sind zuständig für das Ergreifen von Massnahmen. Das BAFU bemüht sich die Informationen über die Massnahmen in den Kantonen so schnell und kohärent wie möglich darzustellen. Die kantonalen Vorschriften sind massgebend.
In der Übersicht wird jeweils die höchste Gefahr im Kanton dargestellt. Es kann regionale Unterschiede innerhalb eines Kantons geben.
Über unsere Waldbrandgefahren-Anzeige
Diese Anzeige ermittelt die aktuelle Waldbrandgefahr in Liestal vollautomatisch und in Echtzeit. Im Gegensatz zu reinen Wetterprognosen wertet unsere Station die Messdaten direkt vor Ort aus, um ein präzises Bild der lokalen Lage zu zeichnen.
Wie wird die Gefahr berechnet?
Die Grundlage für das visuelle Widget bildet der meteorologische Angström-Index. Dieser mathematische Index setzt die aktuelle Aussentemperatur und die relative Luftfeuchtigkeit im Sekundentakt miteinander in Beziehung.
Da reine Luftwerte die langfristige Austrocknung der Natur jedoch nicht vollständig erfassen können, fliesst in unsere Berechnung zusätzlich der Live-Wert unseres Bodenfeuchte-Sensors (in Centibar) ein. Ein stark ausgetrockneter Boden führt automatisch zu einer Verschärfung der berechneten Gefahrenstufe, während ein feuchter Waldboden das Risiko dämpft.
Die Gefahrenstufen (BAFU-Standard)
Die Benennung und farbliche Kennzeichnung unserer Anzeige richtet sich strikt nach den offiziellen, fünfstufigen Waldbrandgefahrenstufen des Bundesamts für Umwelt (BAFU):
- Stufe 1: Geringe Gefahr
- Stufe 2: Mässige Gefahr
- Stufe 3: Erhebliche Gefahr
- ⚠️ Stufe 4: Grosse Gefahr (Rot)
- ⚠️ Stufe 5: Sehr grosse Gefahr (Dunkelrot)
Bedienungshinweis: Beim Überfahren des Widgets mit der Maus (PC) oder durch Antippen (Mobil) öffnet sich ein Infofeld (Tooltip) mit dem exakten Berechnungsindex sowie den aktuellen Sensor-Rohwerten.
Wichtiger rechtlicher Hinweis: Diese Anzeige dient als lokaler, meteorologischer Indikator. Massgebend und rechtlich bindend sind in jedem Fall ausschliesslich die offiziellen Warnungen, Feuerverbote und Erlasse des Kantons Basel-Landschaft (KFS) sowie der Gemeinde Liestal!
Relevanz und Anwendung in der SchweizAufgrund des Klimawandels und den damit verbundenen trockenen Sommern steigt die Waldbrandgefahr in den Schweizer Alpen stetig an. NASA FIRMS wird in der Schweiz primär in drei Bereichen eingesetzt:
Grossflächiges Waldbrand-Monitoring:
In dicht bewaldeten und topografisch schwierigen Regionen (z. B. Wallis, Tessin oder Graubünden) hilft das System, das Ausmass und die Ausbreitungsrichtung grosser Vegetationsbrände aus der Vogelperspektive zu analysieren.
Unterstützung europäischer Systeme:
Die Schweiz arbeitet eng mit dem europäischen Waldbrandinformationssystem EFFIS (European Forest Fire Information System) zusammen. EFFIS nutzt die aktiven Branddaten von NASA FIRMS direkt als Grundlage für seine europaweiten Lageberichte und Gefahrenprognosen.
Einsatzplanung via GIS:
Schweizer Geodaten-Spezialisten und zivile Leitstellen können die FIRMS-Daten über Schnittstellen (WMS/WFS) direkt in lokale Geoinformationssysteme (wie QGIS oder ArcGIS) einspeisen. Dies erlaubt den Abgleich von Bränden mit Schweizer Landesgrenzen, Waldgebieten und besiedeltem Raum.
Grenzen des Systems in der SchweizObwohl FIRMS ein revolutionäres Werkzeug für das globale Krisenmanagement ist, stösst es beim täglichen Einsatz der Schweizer Feuerwehren auf technologische Grenzen:
Zeitliche Verzögerung (Latenz):
Die Daten benötigen bis zu drei Stunden, um verarbeitet zu werden. Für den akuten Erstangriff einer lokalen Feuerwehr (wo jede Minute zählt) ist das System daher zu langsam. Hier verlässt sich die Schweiz auf Brandmeldeanlagen (BMA) und die Bevölkerung.
Keine Brände unter dichtem Blätterdach:
Kleinere Bodenfeuer, die unter einem dichten Schweizer Mischwald brennen, werden von den Satellitensensoren oft nicht rechtzeitig erkannt, da das Kronendach die Wärmestrahlung abschirmt.
Fehlalarme durch Industrieanlagen:
Die Sensoren reagieren rein auf Temperaturunterschiede. Stark erhitzte Metalldächer von Fabriken, Solaranlagen oder grossen Treibhäusern können im System gelegentlich fälschlicherweise als Brandherd ("False Positive") angezeigt werden.
Wettereinflüsse:
Eine dichte Wolkendecke über den Alpen verhindert, dass die optischen Infrarotsensoren der Satelliten die Hitze am Boden registrieren können